Organspende im Überblick

Wer benötigt Organspenden?

In Deutschland warten aktuell etwa 10.000 Menschen auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan. Dafür gibt es verschiedene Gründe: plötzlich auftretende Erkrankungen wie Herzmuskelerkrankungen aufgrund einer verschleppten Erkältung oder chronische Krankheiten wie eine Lungenfibrose.

Die wichtigsten Zahlen

Wer kommt als Spender in Frage?

Ein Mensch kommt dann als Organspender in Frage, wenn im Krankenhaus in einer streng reglementierten Untersuchung der Hirntod festgestellt wird.

Das sind ein Prozent aller in deutschen Krankenhäusern versterbenden Patientinnen und Patienten, d.h. ca. 2.000 Menschen. 2019 gab es 932 Organspender in Deutschland, 2.995 Organe konnten postmortal in Deutschland oder dem Ausland transplantiert werden.

Die Angehörigen müssen einer Organentnahme explizit zustimmen, auch wenn im Organspendeausweis die Entscheidung klar festgehalten ist.

Was bedeutet Hirntod eigentlich?

Der Hirntod ist der Tod des Menschen. Die Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ist unwiederbringlich erloschen und der Tod des Menschen nach neurologischen Kriterien eingetreten. Nach der Etablierung des Diagnostikverfahrens für den Hirntod wurde in Deutschland noch nie ein Patient fälschlich für hirntot erklärt.

Der Hirntod ist komplex – mehr dazu.

Wer erhält ein Spenderorgan?

Die Verteilung der Spenderorgane wird über die Warteliste von Eurotransplant festgelegt. Entscheidend für die Reihenfolge sind u.a. die Dringlichkeit einer Transplantation bei dem Patienten sowie die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Manipulationen an den Wartelisten waren Ursache des „Organspendeskandals“.

Wie ist die Organspende in Deutschland
gesetzlich geregelt?

Seit dem 1. November 2012 gilt in Deutschland die Entscheidungslösung. Die Krankenkassen sind seitdem verpflichtet, ihre Versicherten alle zwei Jahre über Organspende zu informieren und zum Ausfüllen des Organspendeausweises aufzufordern. Zudem müssen in Kliniken Transplantationsbeauftragte eingesetzt werden, die den Prozess der Organspende begleiten. Organe können im Todesfall entnommen werden, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten, z.B. per Organspendeausweis, einer Organspende zugestimmt oder die Entscheidung seinen Angehörigen mündlich mitgeteilt hat. Wurde der persönliche Wille nicht festgehalten oder mitgeteilt, müssen die engsten Verwandten auf Grundlage des mutmaßlichen Willens des verstorbenen Patienten entscheiden. Das Gesetz sieht daher vor, dass sich jeder Mensch zu Lebzeiten entscheidet und dokumentiert, ob er Organspender sein möchte oder nicht.

 

Darum entscheiden:

Der Aufklärungsfilm mit Joko und Klaas

Entscheiden und
darüber sprechen

Sprich mit deinen Angehörigen

Egal, wie du dich entschieden hast – deine Angehörigen werden vor einer Organentnahme nach ihrer Zustimmung gefragt. Deshalb ist es wichtig, dass du dir folgende Fragen stellst: Wie soll deine Familie für dich entscheiden? Was ist die Entscheidung deiner Eltern?

Wenn du unsicher bist, warum ein Gespräch über deine Entscheidung wichtig ist oder du noch offene Fragen hast, dann schau dir unseren Leitfaden an.

Dokumentiere Deine Entscheidung Im OrganspendeAusweis

Wenn du deine Entscheidung getroffen hast, halte sie im Organspendeausweis fest, damit nicht andere für Dich entscheiden müssen.

Wenn du noch keinen Ausweis hast, schicken wir dir gerne einen zu.